Was interessiert Ingeborg Trampe, Stefan Ruzas, Andrea Bräu und Anja Delastik? Richtig: Sex. Um über dieses Thema zu sprechen, nein eher zu fachsimpeln, trafen sich Erotik-Autorin Trampe, Sexualtherapeutin Bräu, Journalist Ruzas, der mit dem Blog Liebling & Schatz Nachhilfe in Sachen Liebe gibt, und Cosmopolitan-Chefredakteurin Delastik. Das war an einem Donnerstagnachmittag im September, und dazu luden sie einen illustren Kreis an Pressevertretern zu sich – auch mich. Als Gesprächsauftakt für das heiße Thema dienten die nüchternen Ergebnisse einer Studie, die vom Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid unter 1033 Frauen ab 20 Jahren durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse waren amüsant, aber überraschenderweise auch recht traurig. Für elf Prozent der Bayern ist beispielsweise die Ehe der größte Lustkiller. Fakt ist auch, dass mehr als ein Fünftel der Frauen zwischen 20 und 49 der vermeintlich unperfekte eigene Körper frustriert. Ein Thema, das die Erotik-Berater heftig diskutierten: Geht es denn beim Sex nur darum, dem anderen zu gefallen? Werden von den Medien nur scheinbar perfekte Körper zur Schau gestellt, und darf man beim Sex keine Falten haben, keine einzige Speckrolle zu viel? Ach, was ist bloß los mit uns Frauen? Müssen wir immer und überall perfekt sein? Glauben wir das wirklich?

Ein zweites Thema der Erotik-Experten hat mich aber noch viel stärker beschäftigt. Sex und Kommunikation. Dazu liefert die Studie bemerkenswerte Ergebnisse, die auch in der Runde am stärksten diskutiert wurden. 57 Prozent der 20- bis 49-Jährigen haben oft Lust auf Sex, 20 Prozent fordern ihn auch ein, aber – und das hat mich stutzig werden lassen – 36 Prozent bringen ihre Lust eben nicht immer zum Ausdruck. Diese Zahlen gehen einher mit weiteren Aspekten der Untersuchung. 27 Prozent der Frauen wünschen sich vom Partner, dass er stärker auf ihre Wünsche eingeht, jede fünfte Frau (21 Prozent) hätte gerne öfter einen Orgasmus, 19 Prozent wollen ihre Fantasien ausleben, und 21 Prozent wünschen sich mehr Abwechslung.

Ja, liebe Frauen, wenn wir nicht sagen können, was wir uns wünschen, bekommen wir es in der Regel nicht. Und hier habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wo das Thema noch zum Tragen kommt. Ist es nicht so, dass wir Frauen auch oft den Mund nicht aufmachen, wenn wir einen neunen Job oder eine Karrierestufe weiter hinauf wollen? Warten wir nicht auch da, bis jemand bei uns anklopft und uns das Gewünschte anbietet? Und passiert das tatsächlich, ist es dann immer der Job, den wir wirklich haben wollen? Ich habe das Gefühl, dass wir in vielen Situationen – und da ist Sex eben eine davon – nicht den Mut haben, unsere Gefühle und unsere Wünsche zu äußern und zu sagen, was wir wirklich wollen. Was uns wichtig ist.

In der Runde wurde genau dieses Thema am emotionalsten diskutiert. Es ging viel um Achtsamkeit. Achtsamkeit bezüglich der eigenen Wünsche, des persönlichen Verlangens – aber natürlich auch gegenüber dem Partner. Und darum, den Mut zu haben, die eigene Scham zu verlieren. Darüber zu sprechen, was mir gefällt und was ich gerne hätte. In der aktuellen Cosmo-Ausgabe steht dazu: 40 Prozent der gefragten Frauen würden gerne ihre Fantasien stärker ausleben und wünschen sich mehr Abwechslung und Experimentierfreude in ihrem Sexleben. Falls sie das nicht können oder bekommen, also frustriert sind, würden 43 Prozent mit mehr Experimenten im Bett versuchen, das zu ändern. Übrigens: Der beste Zeitpunkt, um mit dem Partner über die eigenen Wünsche zu sprechen, ist nach dem Sex, weiß Vanessa del Rae.

Dazu gab es in der Runde zwei nette Statements, die bei mir hängen geblieben sind. Stefan Ruzas sagte: Man isst ja auch nicht jeden Tag Spaghetti Tomatensauce! Man überlegt jedes Jahr aufs Neue, wohin es im Urlaub gehen soll und ist auf der Suche nach neuen Orten, wir suchen täglich nach neuen Songs bei Spotify. Beim Sex aber scheint es jeden Tag dasselbe sein zu können. Und die Therapeutin Andrea Bräu in der Diskussionsrunde zur Frage nach den unausgesprochen Wünschen: Beim Kaffee sagen wir ja auch, wie wir ihn gerne hätten: mit Zucker, schwarz oder mit Milch. So einfach sollte es beim Sex auch sein! Chefredakteurin Anja Delastik meinte: Auch wenn die männliche Begierde die größte Antriebskraft weiblicher Lust ist, wäre es ein Fehler, den Frauen zu raten: Lehnt Euch zurück, wartet, dass der Mann den erste Schritt macht. Deswegen ermutigen wir Frauen, die Initiative zu ergreifen.

“Der Zusammenhang zwischen #Sex und #Traumjob? Die richtige #Kommunikation!“

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Die Sex-Diskussion hat mir vor allem eins gezeigt: Gute Kommunikation ist so wichtig. Bei sich bleiben, achtsam sein, seine Wünsche benennen, mutig sein und auch mal Experimente wagen und dabei immer respektvoll mit dem Partner umgehen. Dann klappt es mit dem Traumjob genauso wie mit dem Spaß im Bett!

Ersterscheinung auf W&V / Kommunikation als gemeinsamer Nenner von Sex und Job

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