Ein gutes Netzwerk zahlt sich immer aus – sei es für den nächsten Job, wenn ihr mal wieder eine Wohnung sucht oder einen Tipp braucht. 

Ihr nutzt ihn längst!

Die Werbung nutzt ihn – in der Regel mit Erfolg. Und wir alle nutzen diesen Trick wahrscheinlich schon seit Jahren unbewusst, ohne den wissenschaftlichen Hintergrund zu kennen. Und wir sollten ihn noch viel stärker nutzen. Denn er kostet nichts und ist ganz einfach umzusetzen. Ob im Alltag, im Büro, beim Flirten oder eben beim Netzwerken.

Den einfachsten Netzwerktrick der Welt habe ich in der vergangenen Woche bei meinem Alumniseminar an der Steinbeis-Hochschule gelernt – bei einem wahnsinnig spannenden und auch unterhaltsamen Vortrag der Psychologen Volker Kitz und Manuel Tusch. Dort wurden uns unter dem Label „Psychotainment“ nützliche Tricks und Anekdoten aus dem Arbeitsalltag humorvoll dargeboten. Am stärksten ist bei mir der Effekt des bloßen Kontakts oder auch Mere-Exposure-Effekt hängen geblieben. Die beiden Referenten haben dieses Phänomen anhand des Chef-Mitarbeiter-Verhältnisses erklärt. Und darum geht es: Alleine die Tatsache, dass man einen Menschen öfter sieht, macht ihn uns sympathischer. Das heißt, je mehr Kontakt wir zu einem Menschen haben – und das sogar zufällig und ohne miteinander reden zu müssen – umso wahrscheinlicher ist er uns sympathisch, und wir werden umso wahrscheinlicher auch Freunde.

Die Wirkung des bloßen Kontakts

So erklärt Wikipedia den Effekt: „Der Mere-Exposure-Effekt berziehungsweise Effekt des bloßen Kontakts, 1968 entdeckt von Robert Zajonc, ist die Tatsache, dass allein durch mehrfache Darbietung von Personen, Situationen oder Dingen, das heißt allein aufgrund von Familiarität, die Einstellung eines Menschen zu diesen Dingen positiv beeinflusst werden kann. Zum Beispiel macht bloße Vertrautheit mit einem Menschen diesen attraktiver und sympathischer. Voraussetzung ist allerdings, dass die Bewertung bei der ersten Darbietung nicht negativ ausfiel; in diesem Fall wird durch wiederholte Darbietung die Abneigung stärker. Der Effekt tritt auch bei unterschwelliger Wahrnehmung auf, das heißt es spielt keine Rolle, ob sich die Person des Kontakts bewusst ist oder nicht.“

Aus der Werbung kennen wir alle das Thema Wiederholung nur zu gut. In vielen Fällen ist das gewiss auch (mehr oder minder unterbewusst) erfolgreich. Aber wir kennen sicher alle auch diesen einen anderen Fall: Dort geht es um ein Frühstückscerealien-Produkt. Zumindest bei mir hatte bereits das erste Lauschen des Radiospots einen derart negativen Effekt, dass die weiteren und unzähligen Wiederholungen es nur noch schlimmer gemacht haben.

Den Mere-Exposure-Effekt im Job nutzen

Aber zurück zu den positiven Beispielen. Wie kann ich den Effekt im Joballtag nutzen? Im Büro ist es – das ist jetzt wissenschaftlich bewiesen – nützlich und ratsam, die Kollegen und den Chef oft zu sehen und ihre Nähe zu suchen. Dazu braucht es keinen festen Termin, sondern es genügt, am Büro vorbeizulaufen und ein freundliches „Guten Morgen“ zu wünschen. Und auch die viel gehassten internen Meetings, bei denen man oft das Gefühl der verschwendeten Zeit hat, nutzen zumindest der Vertrautheit und der Sympathie gegenüber den Kolleginnen und Kollegen. So kann man unbewusst und ganz ohne Arbeit Sympathiepunkte für die nächste Gehaltserhöhung oder den Karrieresprung sammeln – oder zumindest eine bessere Arbeitsatmosphäre schaffen.

Das gilt ebenso auf der privaten Ebene, genauer gesagt in der Liebe. Auch hier lohnt es sich, hartnäckig zu bleiben und sich nicht nach dem ersten Date sofort zurückzuziehen – wenn es eben nicht auf den ersten Blick gefunkt hat. Denn: Viele Menschen hoffen zwar, sich beim ersten Treffen Knall auf Fall zu verlieben, doch das ist eher selten der Fall. Daher gilt auch hier: dranbleiben, Sympathiepunkte sammeln und die Frau oder den Mann der Begierde öfter treffen. Dann klappt es vielleicht auch mit der Liebe.

Lasst euch sehen

Und nun zum Netzwerken: Monika Scheddin sagt in ihrem Buch Erfolgsstrategie Networking, dass es mindestens sieben Kontakte oder etwa zwei Jahre braucht, bis ein Kontakt „reif“ ist. Und somit hat auch hier der Effekt der bloßen Darstellung seine Bestätigung gefunden. Es lohnt sich also, regelmäßig zum Marketing-Club, auf die dmexco oder die Medientage zu gehen – sprich auf die Netzwerk- und Branchenevents, die für den eigenen Job wichtig sind.

“Unglaublich, aber wahr: Mit diesem Trick gelingt #Netzwerken einfacher – und erfolgreicher.“

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Dort Gesicht zeigen, da sein und noch besser, miteinander ins Gespräch kommen – und schon kommt man ohne große Arbeit ans Ziel. So einfach kann Netzwerken sein.

Ersterscheinung auf EditionF / Der einfachste Netzwerktrick der Welt

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