Die Wahrscheinlichkeit, dass man Christiane in München auf dem Rad zwischen zwei Terminen sieht ist sehr hoch, denn sie ist nicht nur leidenschaftliche und konsequente Radlerin, sondern auch leidenschaftliche und konsequente Netzwerkerin in München.

Liebe Christiane, Du bist in einer Führungsposition und hast entsprechend Anspruch an Deinen Dresscode, Dein Rad hat nur einen Gang, Du wohnst in einer Stadt in der es zur Zeit doch viel regnet – für viele wäre das schon einzeln betrachtet Grund genug zu sagen … „ich würde ja gerne, aber es passt nicht in meinen Alltag“ – wieso machst Du alles und immer auf dem Rad?

Für mich ist das eine Haltung. Und ebenso wie ich mit 16 Vegetarierin geworden bin, bin ich auch schon sehr früh zur Fahrradfahrerin geworden. Sowohl beim Fahrradfahren als auch beim „Vegetarierin sein“ tue ich nicht nur mir etwas Gutes, sondern auch der Welt. Und ich kann mir ein Leben ohne Fahrrad auch gar nicht vorstellen. Ich muss dazu sagen, dass ich immer in der Innenstadt gewohnt habe. Ob in Frankfurt, Berlin oder München. Und auch im Urlaub liebe ich es, mir ein Radl auszuleihen und die Stadt zu erkunden. Zum Glück gibt es diese Möglichkeit schon an ganz vielen Orten! Ich liebe es, meine Stadt und die Menschen, die dort leben auf dem Rad zu erleben. Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl, als im Auto oder in der Bahn zu sitzen. Ich genieße jede Fahrt und freue mich täglich, dass ich in München wirklich alle Wege mit dem Rad machen kann. Und der Spruch ist zwar alt, aber immer noch richtig: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Und wenn ich mit meiner Regenmontur fahre erkennt mich sowieso niemand – und das ist auch gut so .-) Und mit High Heels lässt es sich in der Stadt zumindest herrlich fahren. Viel besser, als über Kopfsteinpflaster laufen zu müssen.

Wann fährst Du nicht? Wann ist es auch für Dich zuviel?

Ich bin schon die totale Stadtfahrerin. Zum Starnberger See radle ich wirklich nur, wenn ich einen richtigen Ausflug mache. Da fahr ich ansonsten doch mit dem Auto von Freunden, mit CarSharing oder mit der Bahn hin. Und wenn die Straße spiegelglatt ist, fahre ich natürlich auch nicht.

Bist Du schon immer Rad gefahren oder kannst Du Dich erinnern wann es für Dich ‚klick’ gemacht hat?

Ich bin eine längere Strecke täglich das erste Mal gefahren, als ich in die Uni nach Frankfurt musste. Da waren die 10 km am schnellsten und einfachsten mit dem Rad zu machen. In dieser Zeit habe ich gelernt, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit zu fahren. Und auf dem Hin und Rückweg einen Großteil der Strecke am Main entlang zu fahren war einfach wundervoll!

Warum fährst Du das Rad was Du fährst?

Ich liebe mein Rad. Und mein Rad liebt mich 🙂 Ich freue mich jedes Mal, wenn ich es sehe und es ist für mich ein Lebensgefühl, ein so schönes Fahrrad zu fahren. Das ist wie ein Accessoire für mich. Am liebsten hätte ich gerne mehrere Ausführungen – jeweils farblich passend zu meiner Kleidung 🙂

Was ist Deine Lieblingsstrecke in München?

Ich genieße meinen täglichen Weg zur Arbeit. Das ist wie eine kleine Sightseeingtour durch München. Ich starte nach einem ersten Kaffee am St. Anna Platz im Dukatz entweder über die Maximilianstraße oder über den Hofgarten, fahre dann über den Odeonsplatz die Brienner Straße hinunter, quere den Königsplatz und bin dann auch schon in der Agentur.

Und auch den nördlichen Teil des Englischen Gartens liebe ich sehr. Da kann man relativ ungestört beispielsweise zum Aumeister fahren und dabei diesen herrlichen Park genießen.

Bei welchen Gegebenheiten verdrehst Du auf dem Radweg (innerlich) die Augen?

Wie auch sonst im Leben bin ich irritiert, wenn Menschen nicht respektvoll sind. Und das gilt besonders beim Fahrradfahren, weil das einfach auch gefährlich sein kann. Ich versuche so gut es geht, auf meine Mitmenschen und Mitradler zu achten und niemanden in ungemütliche Situation zu bringen.

Hast Du Stöpsel im Ohr ?

Ja, aber nicht immer. Denn mit Stöpseln in den Ohren, beim Telefonieren oder auch Musik hören bin ich doch sehr für meine Umwelt abgeschlossen. Und ich genieße es sehr, die Welt um mich herum zu spüren, zu hören und wahrzunehmen. Das geht am besten, wenn ich mich wirklich auf das Fahrradfahren konzentriere. Das kann dann auch sehr meditativ sein. 

 


Ersterscheinung auf stilrad°° / „Auf einen Cafe mit Christiane Wolff“

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